{"id":5804,"date":"2021-10-18T02:00:00","date_gmt":"2021-10-18T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fiwonline.de\/bmwi-legt-rechtsgutachten-zur-rechtsgrundlage-des-dma-vor\/"},"modified":"2021-10-18T02:00:00","modified_gmt":"2021-10-18T00:00:00","slug":"bmwi-legt-rechtsgutachten-zur-rechtsgrundlage-des-dma-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fiwonline.de\/en\/bmwi-legt-rechtsgutachten-zur-rechtsgrundlage-des-dma-vor\/","title":{"rendered":"BMWi legt Rechtsgutachten zur Rechtsgrundlage des DMA vor"},"content":{"rendered":"<div class=\"elementor-post\">\n                <!-- \n\n<div class=\"elementor-date\" style=\"font-size: 14px; color: #666;\">18.10.2021<\/div>\n\n --><\/p>\n<div class=\"elementor-keywords\">\n<div class=\"keywords-container\" style=\"background: linear-gradient(to bottom, #eee, #f5f5f5); box-shadow: 2px 2px 10px rgba(0, 0, 0, 0.28); padding: 1em 0em 1em 1em; margin: 1em 0 2em 0; border-radius: 1px; line-height: 1.5;\">\n<div class=\"title-h6\" style=\"font-size: 12pt; line-height: 18.75pt; font-weight: bold; text-align: left; color: #393D50;\">D<br \/>BMWi<br \/>Rechtsgutachten Monopolkommission<br \/>Plattform\u00f6konomie<br \/>Gesetz \u00fcber Digitale M\u00e4rkte \/Digital Markets Act (DMA)<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"elementor-content\" style=\"font-size: 16px; line-height: 1.5;\">\n<p>Das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWi) hat am 21. September 2021 ein von ihm beauftragtes Rechtsgutachten \u00fcber die Rechtsgrundlage des Vorschlags eines Gesetzes \u00fcber Digitale M\u00e4rkte (Digital Markets Act, DMA) ver\u00f6ffentlicht. Es tr\u00e4gt den Titel \u201eArticle 114 TFEU as a Legal Basis for Strengthened Control of Acquisitions by Digital Gatekeepers\u201c und wurde von den Rechtsprofessoren Jens-Uwe Franck (Universit\u00e4t Mannheim), Giorgio Monti (Tilburg Universit\u00e4t) und Alexandre de Streel (Universit\u00e4t von Namur) erstellt.<\/p>\n<p>Dieses Rechtsgutachten untersucht die M\u00f6glichkeit, eine sch\u00e4rfere Zusammenschlusskontrolle \u00fcber \u00dcbernahmen und Erwerbe der Gatekeeper auf Artikel 114 AEUV (Rechtsgrundlage des DMA) zu st\u00fctzen, ohne eine \u00c4nderung der EU-Fusionskontrollverordnung (Einstimmigkeitsprinzip) vornehmen zu m\u00fcssen.<span style=\"font-size: 0.8em;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Die Autoren kommen in dem Gutachten zu dem Schluss, dass der Verordnungsvorschlag der EU-Kommission\u00a0zum DMA noch nicht weitgehend genug sei, um systematische Aufk\u00e4ufe von kleineren Start-Ups durch die digitalen Gatekeeper zu unterbinden. In dem Gutachten werden folglich vier m\u00f6gliche Optionen f\u00fcr eine Reform auf EU-Ebene zur besseren \u00dcberpr\u00fcfung von sog. \u201eKiller-Akquisitionen\u201c n\u00e4her untersucht.\u00a0\u00a0<\/p>\n<ul type=\"disc\">\n<li class=\"MsoNormal\">Die      erste Option erfordert keine \u00c4nderung des geltenden Rechts und wurde von      der Kommission bereits umgesetzt. Diese Option erscheint den Gutachtern      allerdings nicht als ideal, da zum einen nicht klar sei, ob eine solche      Ausweitung der Verweisungsm\u00f6glichkeiten mit Artikel 22 FKVO vereinbar sei      und ob es oft zu Verweisungen seitens der Mitgliedstaaten kommen      werde.\u00a0<\/li>\n<li class=\"MsoNormal\">Die drei anderen Optionen      erfordern eine \u00c4nderung des geltenden EU-Rechts, entweder durch den Erlass      neuer Regelungen (im DMA oder im separaten Sekund\u00e4rrecht) oder durch      \u00c4nderungen der bestehenden Regelungen in der FKVO. Die Gutachter      untersuchten im weiteren Verlauf des Gutachtens, ob diese \u00c4nderungen auf      Artikel 114 AEUV gest\u00fctzt werden k\u00f6nnen. Sie kommen zu dem Schluss, dass      die zweite Option (d. h. die Annahme einer neuen Meldeschwelle im DMA ohne      \u00c4nderung der FKVO) auf der Grundlage von Artikel 114 AEUV rechtlich      durchf\u00fchrbar w\u00e4re, da sie die Fragmentierung des digitalen Binnenmarkts      infolge der unterschiedlichen nationalen Fusionskontrollregelungen      verhindern und das Funktionieren des Binnenmarktes verbessern w\u00fcrde.      Au\u00dferdem w\u00e4re es rechtlich m\u00f6glich, eine neue Anmeldeschwelle festzulegen,      ohne die FKVO zu \u00e4ndern.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<ul type=\"disc\">\n<li class=\"MsoNormal\">Dar\u00fcber hinaus kommt das      Gutachten zu dem Schluss, dass die dritte Option (d. h. die \u00c4nderung der      FKVO) auch gem\u00e4\u00df Artikel 114 AEUV durchf\u00fchrbar w\u00e4re. Die      Fusionskontrollverordnung sei auf der Grundlage der Artikel 103 und 352      AEUV (vormals Artikel 87 und 235 EWG) erlassen worden, und zwar \u2013 wie die      Gutachter meinen &#8211; aus historischen Gr\u00fcnden, die mit der umfassenden      Anwendung von Artikel 352 AEUV und dem Nicht vorhandenen Artikel 114 AEUV      in den 1970er Jahren, als die      Fusionskontrollverordnung\u00a0\u00a0erstmals konzipiert wurde,      zusammenh\u00e4ngen. Der Gesetzgeber sei jedoch nicht verpflichtet, die      urspr\u00fcngliche Rechtsgrundlage beizubehalten, wenn er das sekund\u00e4re      EU-Recht \u00e4ndert. Er k\u00f6nne (mit Artikel 114 AEUV) eine neue Rechtsgrundlage      w\u00e4hlen, sofern die Voraussetzungen und Bedingungen f\u00fcr die Verwendung      einer neuen Rechtsgrundlage bei der \u00c4nderung der Rechtsvorschriften      erf\u00fcllt seien. Die Gutachter versuchen in der \u201eLegal Opinion\u201c aufzuzeigen,      dass diese Bedingungen erf\u00fcllt seien, da eine Reform der Fusionskontrolle      eindeutig zur Verwirklichung des Binnenmarktes beitrage. Eine Reform der      Fusionskontrollverordnung, die den Risiken f\u00fcr Wettbewerb und Innovation      bei \u00dcbernahmen durch digitale Gatekeeper besser Rechnung tragen w\u00fcrde,      k\u00f6nne ihrer Ansicht nach auf Artikel 114 AEUV gest\u00fctzt werden,      m\u00f6glicherweise in Erg\u00e4nzung mit Artikel 103 AEUV.\u00a0      \u00a0<\/li>\n<li class=\"MsoNormal\">Schlie\u00dflich kommt das      Gutachten zu dem Schluss, dass die vierte Option (d.h. die Einf\u00fchrung      einer neuen spezifischen Fusionskontrolle im DMA ohne \u00c4nderung der EUMR)      ebenfalls auf Artikel 114 AEUV gest\u00fctzt werden k\u00f6nne. Eine solche      spezifische Regelung k\u00f6nne ebenfalls die Gefahr einer Fragmentierung      verhindern.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p><span>Die Gutachter sprechen sich schlie\u00dflich f\u00fcr die Optionen 2 bis 4 aus. W\u00f6rtlich hei\u00dft es in der Legal Opinion (S. 6):\u00a0<\/p>\n<p> <em>Ultimately, we conclude that, of the four policy options to strengthen the control of acquisitions by digital gatekeepers, the first option \u2013 which is favoured by the Commission \u2013 is probably the least robust in law and in practice. The three other options are preferable as they ensure a one-stop shop and they could be based on Article 114 TFEU as interpreted by the Court of Justice. It is then a political choice to decide among those three options. They can also be used sequentially. For instance, the second option could be implemented immediately in the context of the DMA negotiations. Then, the third or fourth option could be implemented later in the context of a more comprehensive review of EU merger control once the lessons learned from applying merger control to the acquisition of nascent competitors by digital gatekeepers have provided helpful experience that could be broadened to a wider range of concentrations.\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DBMWiRechtsgutachten MonopolkommissionPlattform\u00f6konomieGesetz \u00fcber Digitale M\u00e4rkte \/Digital Markets Act (DMA) Das Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWi) hat am 21. 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